30. Juni 1941

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G., Montag am 30. Juni 1941.

Herzallerliebster! Du mein liebes, teures Herz! Herzlieb mein!

[Du] Merkst es wohl an meiner Überschrift, daß ich unbeobachtet schreiben kann? Du!! Es ist wieder Mittag vorbei, Deine Eltern liegen miteinander auf dem Sofa in der Wohnstube, ich sitze am Tisch und denke Dein – die Mutter sitzt im Lehnstuhl am Fenster und strickt. Fidi sitzt am Tisch und liest in kleinen [B]üchern und in einem Briefe von K.s. Sie hat montags keine Schule. Dienstags, mittwochs, donnerstags[,] freitags, insgesamt 15 Stunden – bis jetzt – man möchte ihr natürlich gerne noch mehr aufhalsen. Aber da wird sie sich schon wehren, ohne jegliche Hilfe im Haushalt kann sie das nicht leisten. Weiterlesen!

29. Juni 1941

Bundesarchiv Bild 183-L19427, Litauen, brennende Synagoge
Als bald nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Litauen Mitte Juni 1941 kam es zu anti-jüdischen Pogromen durch nationalpatriotische Litauer, wie etwa in Kaunas. Hier das Abbrennen einer Synagoge, 06.1941, Litauen, Ort unbekannt, Fotograf Zoll, Propagandakompanie, für Scherl-Bilderdienst, gemeinfrei als Bundesarchiv, Bild 183-L19427 / Zoll / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
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G. – Sonntag, am 29. Juni 1941.

Mein lieber [Roland]!

Es ist Sonntagmorgen – Vater [Nordhoff] ist eben von der Post gekommen, die muß man sonntags hier selbst abholen. Für mich war nichts dabei, gestern bekam ich auch nichts in S., aber morgen kommt ganz gewiß wieder etwas von Dir – Du!! Elfriede  hat vom Hellmuth eine Karte im Brief bekommen, mit nur [wen]igen Zeilen. „Ich bin mit Gottes Hilfe gut durch diese Tage gekommen, – wenig Schlaf gibt es und läßt mir so alles traumhaft scheinen..“.. [sic] Weiterlesen!

29. Juni 1941

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Sonntag, den 29. Juni 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!

Der Tag will doch gar nimmer zulangen, Dein zu denken! Ach, ich möchte mich doch gleich einmal einschließen, um mit Dir ganz allein zu sein, Geliebte – um hineinzulauschen in mein Herz und zu vernehmen, wie es Dir schlägt in Liebe, ganz zart und ganz mächtig – hineinzulauschen, um es Dir dann zu künden, froh, und jubelnd Dir zuzurufen, wie ich Dich liebe! Und ich müßte mich doch der Worte bedienen, der dürren. Ach Geliebte! Leben, leben möchte ich mit Dir!!! Mit Dir leben ein gutes, starkes Leben! Bewähren möchte sich meine Liebe – sich verschenken – Dir! all [sic] Dir!! Möchte Gott im Himmel uns doch gnädig aushelfen zu diesem Leben! Weiterlesen!

28. Juni 1941

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Sonnabend, den 28.Juni 41

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!!

Jetzt hat der Hubo wieder [ein]mal viel Schreiberei – und muß sich richtig ein bissel [bisschen] losreißen – vom Herzlieb für´s Herzlieb – machst [Du] große Augen? Du! Du!!![Du] Läßt mich doch gar nimmer los – [ich] kann doch bloß noch Dir schreiben – [Du] hast doch das Mannerli ganz in Deinen Bann geschlagen!!! Losreißen? Vom Geburtstagsbrief! Du!! Weißt, wenn es nicht gelingt – ich mein[‚] es ja trotzdem sooooo lieb mit Dir, ja? Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!! Und ganz froh wollen wir sein an diesem Tag, Du!!! Weiterlesen!

28. Juli 1941

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Montag, der 28. Juli 1941

Mein liebes, teures Herz! Herzlieb, Geliebte mein!

Du, nun geht’s mit Riesenschritten auf das Monatsende. Und der Augustmonat – wird uns glücklich zusammenführen? Gott gebe es! Es ist ein Kämpfen um den Urlaub, kannst [Du] Dir vielleicht denken. 200 Mann sind wir. Vorerst dürfen nur 5% fahren. Wenn ich da also mit unter den Ersten bin, dann bloß – weil ich ein liebes Frauchen habe, Du!!! Weiterlesen!