27. Mai 1941

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Dienstag, am 27. Mai 1941.

Mein liebes, teures Herz! Du mein geliebter, liebster [Roland]!

Ach – bin ich froh, daß ich mich mal setzen kann! Ja Du!! So sage ich mit meinen jungen Beinen! Seit 6 Uhr morgens gehe ich um; der Feiertagsdrasch macht sich doch schon bemerkbar bei mir. Obwohl wir schon groß reine gemacht haben, gibt es doch noch allerhand Arbeit. Die Mutsch ist im Moment garnicht recht auf der Höhe, sie hat sich scheinbar bei der Wäsche erkältet, einen tüchtigen Schnup[f]en hat sie erwischt. Und da will ich nicht, daß sie sich nach Arbeitsschluß noch so abrackern soll, ich nehme ihr viel Arbeit ab. Habe die ganze Wäsche gelegt gestern abend noch, und heute früh bin ich beizeiten auf den Markt, erst um 9 zurück! Man muß soo lange stehen an den Ständen, wo es noch ‚was Lohnendes zu kaufen gibt. Zuhaus[e] angekommen galt es das Mittagessen bereiten, die Hausarbeit verrichten, im Schlafzimmer die Fenster putzen, damit Mutsch nachher die frischen Gardinen anbringen kann. Weiterlesen!