09. Mai 1941

Der junge Goethe, gemalt von Angelica Kauffmann 1787
Johann Wolfgang von Goethe, Portrait von Angelica Kauffmann, 1787, Goethe-Nationalmuseum, Weimar, Lizenzfrei über Wikimedia Commons, 12.2016.
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Freitag, am 9. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein herzliebster [Roland]!

Du!! Heute ist kein Badetag, weil Vater Nachtdienst hat, nur Schreibetag! Muß nach B. zur Silberhochzeit gratulieren, muß Vater [Nordhoff] meine Absage zu seiner Einladung begründen, muß Mutter [Nordhoff] nach K. schreiben und Deinen lieben Brief mit hineinstecken. Will meinem Herzlieb schreiben! Ja! Will!! Nicht muß! [U]nd da wird mein Nachmittag herum sein, sehe ich es versehe. Weiterlesen!

26. Mai 1941

T&Savatar[410526-2-1]

Montag, am 26. Mai 1941.

Mein liebes teures Herz! Du mein liebes, herzliches Mannerli.

Du!! Heute früh kamen wieder zwei liebe Boten von Dir an. Ich freue mich ja so sehr, Geliebter!! Ich hab[‚] Dich ja sooo lieb, Du!!! Und ich danke Dir viellieb [sic] und herzlich für Dein treues Gedenken und Deine große Liebe! Mein [Roland]!! Vom Sonnabend und Sonntag den 17. + 18. Mai sind die Boten. Sie gehen jetzt garnicht mehr l[a]nge bis zu mir, nicht wahr? 7 Tage! Fein!! Und nun hat mein Lieb endlich, endlich mal wieder etwas von mir in Händen! Ach Du!! Ich freue mich doch so sehr mit Dir, mein Schatz. Es ist furchtbar, wenn man so lange warten muß auf ein Zeichen – ach, ich kenne es ja auch! Du!! Hoffentlich bleibt nun in Zukunft die gute Verbindung bestehen und Du mußt nicht noch einmal an einen neuen Ort wandern. Ach – man weiß es nicht. [I]ch wünschte, Du könntest da sei, bis der böse Krieg zu Ende ist – wenigstens, bis Du heim darfst. Ja Herzlieb! Ich hoffe im Geheimen immer noch, daß Du eher heim darfst, als der Krieg aus ist! Gebe Gott, daß alles zum Guten sich wende! Du!!! Mein herzlieber [Roland]! Weiterlesen!