30. April 1941

T&Savatarsm[410430-​2-​1]

Mitt­woch, am 30. April 1941.

Ge­lieb­ter!! Du!! Mein herz­lie­ber [Ro­land]! Mein Man­ner­li, lie­bes!

Du!! Ach Du!! Die lie­be Son­ne strahlt mit mir um die Wet­te! Ich bin so­oooo glück­lich! Mein [Ro­land]! Du!! Du!!! Jetzt müßt’ ich Dich gleich ein­mal bei mir ha­ben, um Dir all mein Glück zu zei­gen!! Ach, mein Herz­lieb! Wie mö­gen nur mei­ne Au­gen ge­strahlt ha­ben, als ich Dich so un­ver­mu­tet vor mir sah! Dich!! Ge­lieb­ter!! Dich!! Wie so lieb schaust [Du] auf dem Bil­de! Oh Du!! Du!!! Wei­ter­le­sen!

30. April 1941

T&Savatarsm[410430-​1-​1]

Mitt­woch, den 30. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!!!

Du!!! Du!!!!! Sei recht dank­bar mit mir, Ge­lieb­te!! Wir sind glück­lich und wohl­be­hal­ten hier ge­lan­det! Ges­tern abend schon. Ach Du! Du!! Wo fan­ge ich zu­erst mit dem Er­zäh­len. O Du!! So viel, viel Neu­es brin­gen die­se Tage – und viel Gu­tes, Herz­lieb! Ganz ganz dank­bar wol­len wir sein!!!

Also Mon­tag­mor­gen. ½ 5 Uhr We­cken. Es war noch dun­kel. Schon am Sonn­tag wa­ren die bei­den Om­ni­bus­se vor­ge­fah­ren – weißt, so die Sor­te uns[e]rer Blauforst­wa­gen. Wei­ter­le­sen!

29. April 1941

T&Savatarsm[410429-​2-​1]

Diens­tag, am 29. April 1941.

Mein lie­bes, treu­es Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Ro­land]! Herz­al­ler­liebs­ter!

Du!! Heu­te end­lich scheint wie­der ein­mal die lie­be Son­ne. Wir ha­ben uns rich­tig nach ihr ge­sehnt in die­sen Ta­gen. Eben sind Mut­ter und ich fer­tig mit un­se­rer Haus­ar­beit: wir wa­schen auch zu­sam­men auf! Mut­ter sitzt jetzt an der Näh­ma­schi­ne, sie will ger­ne fer­tig wer­den mit ih­rer neu­en Gar­de­ro­be. Du!! Fein macht sie sich, soll­test sie nur mal se­hen! Va­ter schreibt [a]uch im­mer in sei­nen Brie­fen: macht al­les recht schön, da­mit ich paar Jah­re Staat ma­chen kann mit Mut­ter!“ Wei­ter­le­sen!

28. April 1941

T&Savatarsm[410428-​2-​1]

Mon­tag, am 28. April 1941.

Mein ge­lieb­tes, teu­res Herz! Du!! Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!

Ges­tern hat­te ich auf­ge­hört, weil man nach mir rief und es wäre auch nicht mehr dazu ge­kom­men, daß ich noch län­ger mit Dir plau­dern konn­te, nach dem Kaf­fee. Be­such kam: erst eine Frau B., eine be­freun­de­te Dame mei­ner El­tern, sie wohnt am Bahn­hof bei Herrn T. im Hau­se. Und nach ei­ner Wei­le ge­sell­ten sich Frau G. und Ger­trud dazu. Sie hat­ten ih­ren Vati an den Zug ge­bracht, der kommt erst noch­mal nach Chem­nitz, dann ir­gend­wo­hin, mit sei­ner Kom­pa­nie. Wei­ter­le­sen!

27. April 1941

T&Savatarsm[410427-​2-​1]

Sonn­tag, am 27. April 1941.

Mein liebs­ter [Ro­land]! Du!! Mein Herz­lieb! Herz­al­ler­liebs­ter mein!!

Du!!! Jetzt muß ich Dich erst ein­mal ganz fest in mei­ne Arme schlie­ßen! – Oh Du!! Sooo ganz fest! Ein so fro­her Sonn­tag ist mir heu­te be­schert wor­den! Du!! Der 27.4. ist heu­te – 27+4=31! Ich hab’s ja schon ge­ahnt! Ge­lieb­ter!! Ju­bel und Freu­de sind in mir! Ach Du!! Du!! Ei­nen ganz lie­ben, lan­gen Kuß muß ich Dir schen­ken! Wenn auch alle da­bei sind – was kümmert’s mich? Ich hab[‘] Dich so­oooo lieb! Ich bin sooo glück­lich heu­te!! Wei­ter­le­sen!