29. März 1941

T&Savatar[410329-2-1]

Sonnabend, am 29. März 1941.

Mein geliebtes Herz! Mein lieber, liebster [Roland]! Du!!

Sonnabend ist [es], der Feiertag will beginnen; die Uhr zeigt ½ 8, es wird schon dunkel draußen, und bei mir hier drinnen am Tisch läßt sichs'[sic] bald nicht mehr schreiben. Jetzt habe ich Licht gemacht und noch einmal mußte ich sinnend in die rosenroten Wolken des Abendhimmels schauen, ehe ich das dunkle Rollo über die Fenster gleiten ließ. Zu Dir gehen meine Gedanken – zu Dir, Geliebter!! Ob auch Du solch friedvollen Feierabend erleben darfst? Friedevoll in Deiner Umgebung, friedevoll auch in Deinem Herzen? Ach Du!! Das wüßte ich so gerne, mein [Roland]! Ob Du Dich schon ein wenig heimisch – wenigstens wohl fühlst – in Deiner neuen Umgebung? Bei uns hier ist es doch garnicht so, als lebten wir in der bösen Kriegszeit. So still und friedlich liegt alles und schaut uns die Heimat an, so wie sie es immer schon tat – nichts vermisse ich – keine böse, zerstörende Macht hat hier Unheil erwirkt. Weiterlesen!