21. März 1941

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Frei­tag, am 21. März 1941.

Mein ge­lieb­tes Herz! Du mein lie­ber, gu­ter [Ro­land]!!

Früh­lings­an­fang ist! Du!! Nun bricht sie an, die schöns­te Zeit im Jah­re, voll Blü­hen und Wer­den. Und wir dür­fen den deut­schen Früh­ling nicht mit­ein­an­der er­le­ben – das ist trau­rig – aber, Herz­lieb! Es wird ja je­des Jahr Früh­ling!! Und müs­sen wir ihn dies­mal ge­trennt er­le­ben, so im nächs­ten Jah­re ganz ge­wiß mit­ein­an­der! Du!! Und so Gott will[,] ist es dann ein Frie­dens­früh­ling! Herz­lieb!! Du!! Wir wol­len nur den lie­ben Herr­gott recht in­nig dar­um bit­ten, daß wir bei­de die­sen er­sehn­ten Früh­ling im Frie­den fei­ern dür­fen. Du froh und ge­sund an mei­ner Sei­te! Ach Ge­lieb­ter!! Wie vol­ler Glück, wie vol­ler Ju­bel wird dann mein Herz sein! Du!! Wei­ter­le­sen!

21. März 1941

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Sonn­abend, den 15. März 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebste [Hil­de]!

[ Wir fah­ren, fah­ren, fah­ren – nun schon den drit­ten Tag. Die ers­ten bei­den Tei­le mei­nes Be­rich­tes schick­te ich ges­tern von ei­ner unterwegs-​Station [sic] ab. Hof­fent­li­ch hast Du sie er­hal­ten. Im­mer weiter ent­führt uns die Bahn der Hei­mat. Man emp­fin­det es gar nicht so sehr, weil man so­zu­sa­gen in ei­ner fah­ren­den Stu­be sitzt[,] nur die frem­de Welt an sich vor­bei­zie­hen läßt. Glei­se und Bahn­däm­me und Mas­ten sind mit klei­nen Ab­wei­chun­gen fast über­all die glei­chen. Und so fremd ist die Frem­de hier noch gar nicht. Die Land­schaft, die Flu­ren, die Ve­ge­ta­ti­on, sie ist nicht fremd noch, nur daß man schon Mais­fel­der und Wein­gär­ten an­trifft. Und die Dör­fer tra­gen ein klein we­nig an­de­res Ge­sicht. Man sieht Zieh­brun­nen. B. [wohl: Bu­da­pest] ha­ben wir heu­te Mit­tag hin­ter uns ge­las­sen und jetzt geht es auf das an­de­re B. [wohl: Bul­ga­ri­en] zu. Wei­ter­le­sen!