07. März 1941

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Frei­tag, am 7. März 1941.

Herz­al­ler­liebst­er Du! Mein lie­ber, liebst­er [Ro­land]!

Und heu­te ist wie­der ein Frei­tag – so ganz an­ders sehe ich ihn heu­te, ge­gen vor 8 Ta­gen, die­sen Frei­tag. Der Him­mel ist nicht grau ver­han­gen – er ist blau, strah­lend, wie ein rech­ter Früh­lings­him­mel. Und die lie­be Son­ne scheint jetzt nach Mit­tag ganz warm, ob­wohl heu­te früh Reif lag. Und auch in mir sieht es an dem heu­ti­gen Frei­tag ganz an­ders aus. Und ich bin auch sehr froh dar­um, Du! Nichts mehr ist an mir von die­ser Trau­rig­keit, von die­sem Schmerz, die um mich wa­ren vor ei­ner Wo­che. Ich habe über­wun­den. Wei­ter­le­sen!

07. März 1941

Holstentor in Lübeck 2015.jpg
Hols­ten­tor, Lü­be­ck. Foto von Chris­ti­an Wolf, 08/​2015. Li­zen­ziert über CC BY-​SA 3.0, Wi­ki­me­dia Com­mons, 03/​2016.

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Frei­tag, den 7. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebste [Hil­de]!

Du sagst mir heu­te et­was Heim­li­ches, et­was ganz Heim­li­ches, Du Lie­be!! Ich sage Dir zur Ant­wort et­was Wich­ti­ges: Es ist nachts ½ 12 Uhr, mei­ne Kof­fer sind ge­packt. Ich muß fort. Hör fein zu: Heu­te ½ 5 [Uhr] kam wie ein Blitz aus hei­te­rem Him­mel die Nach­richt, daß ich ab­ge­ru­fen wer­de nach – Lü­be­ck. Te­le­fo­ni­sch kam der An­ruf. Ich soll­te auch schon heu­te da ein­tref­fen. Aber mit der Bahn ist kei­ne Mög­lich­keit mehr heu­te. [S]o muss ich mor­gen ½ 6 Uhr fah­ren, ½ 5 Uhr auf­ste­hen. Wei­ter­le­sen!