05. März 1941

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Mitt­woch, am 5. März 1941.

Mein ge­lieb­ter [Ro­land]! Herz­al­ler­liebs­ter! Du!!

Ich sit­ze am Tisch und den­ke Dein, Herz­lieb!

Es ist 3 Uhr vor­bei. Drau­ßen stürmt es noch im­mer und Wol­ken­fet­zen ja­gen am Him­mel lang. Die Flie­ger sind zu Gan­ge, das ist Wet­ter für sie. Und der Tom­my hat sich auch schon bis Leip­zig ge­wagt (da­von er­fährt aber die Öf­fent­lich­keit nichts), im Kreis Chem­nitz wur­de kein Alarm ge­ge­ben. Die Schein­wer­fer­tä­tig­keit kann man von uns aus je­den Abend be­ob­ach­ten. Va­ter sah in der Nacht vom ver­gan­ge­nen Sonn­abend zum Sonn­tag so­gar vie­le der eng­li­schen Leucht­bom­ben fal­len, in der Leip­zi­ger Ge­gend. Ernst­li­ches scheint aber noch nicht ge­sche­hen zu sein, die Zei­tun­gen schwei­gen sich aus. Hörst Du die täg­li­chen Be­rich­te über den Ein­marsch deut­scher Trup­pen in Bul­ga­ri­en? Wei­ter­le­sen!

05. März 1941

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Mitt­woch, den 5. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Du!!

Was Du mir ges­tern Lie­bes sag­test, ist schon wie­der bei mir – Du! Ich dan­ke Dir von Her­zen, Ge­lieb­te – so schnell ge­langt es in mei­ne Hän­de, Du! – wir sind gar nicht so weit ent­fernt von­ein­an­der – an­de­re sind viel wei­ter weg von zu Hau­se! Und mit den Her­zen sind wir uns doch ganz nahe! Du!! Nä­her geht es doch gar nim­mer! Ei­nes hat im an­de­ren glück­vol­le Er­gän­zung ge­fun­den – uns[e]re Her­zen ha­ben wir ge­tauscht, uns[e]re We­sen sind in­ein­an­der ver­schlun­gen – wir kön­nen nicht mehr von­ein­an­der, wir kön­nen uns[e]res Le­bens nur mehr recht froh wer­den Seit[‚] an Sei­te. Und so­lan­ge wir noch bei­de auf die­ser Erde le­ben, wird ei­nes nach dem ander[e]n ver­lan­gen, heim­ver­lan­gen [sic] und su­chen, bis wir ein­an­der wie­der­ge­fun­den ha­ben. Wei­ter­le­sen!