01. März 1941 [Telegramm]

T&Savatarsm[410301-​1-​1]

Te­le­gramm, Deut­sche Reichs­post

Eckern­för­de, WW 1/3.[41] 820

Auf­ge­nom­men: 1.3.41. 855

Frau [Hil­de Nord­hoff]

[Ferien]straße 18

O.

gut an­ge­kom­men

T&SavatarsmDein [Ro­land]

01. März 1941

T&Savatar[410301-​2-​1]

Sonn­abend, am 1. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein ge­lieb­tes Herz! Mein [Ro­land], Du!

Nun müs­sen Du und auch ich wie­der zu Pa­pier und Fe­der grei­fen. Und das ist uns ein lie­ber Trost, zu wis­sen, daß uns[e]re lie­ben Bo­ten alle Tage zwi­schen Dir und mir ge­hen – alle Tage, zu je­der Zeit ge­hen sie hin und her zwi­schen uns. Du! Wir las­sen uns ja ein­an­der gar­nicht [sic] von der Hand. Nie mehr, Herz­lieb! Heu­te vor­mit­tag kam Dein ers­ter Gruß, Du! Ich habe mich so ge­freut, sei recht lieb be­dankt, mein [Ro­land]! Gleich nach 8 Uhr hast Du das Te­le­gramm be­stellt, und ½ 10 Uhr brach­te mirs’ [sic] der Bote. Nun weiß ich Dich wie­der ge­bor­gen in Dei­ner al­ten Um­ge­bung, Liebs­ter. Es ist 3 Uhr am nach­mit­tag [sic], Du wirst noch ar­bei­ten. Ob Du wohl schon alle Dei­ne Ge­dan­ken bei Dei­ner Ar­beit hast? Du! Ich glaubs´[sic] ja kaum. Na, man wird Dir, dem ,frisch vom Land kom­men­den´, am ers­ten Tage wohl ein we­nig mit Scho­nung und Nach­sicht be­geg­nen! Wei­ter­le­sen!

01. März 1941

T&Savatar[410301-​1-​3]

Sonn­abend, den 1. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Nicht zu­rück!” Herz­lieb, ich glau­be, Du warst es, die das sag­te. Rüs­tig vor­wärts schrei­ten, gläu­big und mu­tig vor­wärts schau­en – das ist in die Zu­kunft, ins Ne­bel­haf­te[,] ins Un­ge­wis­se – in die Zu­kunft, von der wir hof­fen und glau­ben, daß sie uns für im­mer zu­sam­men­führt – und je­der neue Tag, wenn er uns auch ent­fernt von den glück­li­chen Stun­den [u]nseres Zu­sam­men­seins, wir soll­ten ihn dar­um froh be­grü­ßen. Herz­lieb! Wir sind bei­de noch so jung, daß die Hoff­nung und Zu­ver­sicht in das Künf­ti­ge den Schmerz um das Zu­rück­ge­blie­be­ne über­tönt und über­stimmt. Zu Ende geht ein Tag, der uns ent­fernt von un­se­ren glück­li­chen Stun­den, der uns nä­her bringt dem grö­ße­ren Glü­cke un­se­rer ge­mein­sa­men Le­bens­zeit! Gott wal­te es! Wei­ter­le­sen!

01. März 1941

Protokol-1.03.1941.jpg
Am 1.3.1941 un­ter­zeich­ne­te Bul­ga­ri­en sei­nen Bei­tritt zum Drei­mäch­te­pakt, hier sind die Un­ter­schrif­ten von Bog­dan Filow, Ioa­chim Rib­ben­trop, Cia­no und Hi­ro­shi Oshi­ma auf dem Bei­tritts­pro­to­koll zu se­hen. Li­zen­ziert un­ter Wi­ki­me­dia Com­mons, über Wi­ki­pe­dia 3/​2016.

[410301-​1-​2]

Sonn­abend, den 1. März 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Bin doch ein rich­ti­ger Meis­ter. Das ers­te, was ich hier be­gin­ne, ist, daß ich wie­der schrei­be. Mal se­hen, ob ich es noch kann. Al­les schläft noch. 7 Uhr ist es, da ich mich her­ein­steh­le in die Ba­ra­cken­welt. Al­les schläft – oben in den Bun­kern. Alarm ist ge­we­sen (in Kiel nicht), nun wird erst um 8 Uhr ge­weckt – dazu sind wir Wach­bat­te­rie. Aber et­li­che Ka­me­ra­den schla­fen doch un­ten, und die möch­te [ic]h nicht stö­ren, und so habe ich mich in die Schreib­stu­be ge­schli­chen, um gleich ein Stünd­chen mit Dir zu plau­dern. Noch steckt Dein Hubo in der Ur­laubs­haut. In ei­ner Stun­de wird sie un­barm­her­zig zer­ris­sen. Aber ich bin Gott­lob [sic] glück­lich am Ziel – nicht am Ziel mei­ner Wahl, Herz­lieb, Du weißt es, das liegt ganz wo an­ders [sic]! Wei­ter­le­sen!