02. Februar 1941

T&Savatarsm[410202-​2-​1]

Sonn­tag, am 2. Fe­bru­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Ro­land]!! Mein lie­ber, liebs­ter [Ro­land]!! Du!!!

Ein Son­nen­sonn­tag ist heu­te wie­der, ein win­ter­li­cher! Heu­te nacht hat’s ge­schneit, aber nur 1-​2 Zen­ti­me­ter. Kalt ist es we­ni­ger heu­te, und das be­grü­ßen wir alle froh. Du!! Ges­tern be­ka­men wir vom Bür­ger­meis­ter die Ge­neh­mi­gung uns[e]rer Zu­satz­punk­te für Feue­rung, sie be­tra­gen ins­ge­samt 6 Ztr. Ist we­nigs­tens wie­der et­was, nicht wahr? Wei­ter­le­sen!

2. Februar 1941

T&Savatarsm[410202-​1-​1]

Sonn­tag, den 2. Fe­bru­ar 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Du!! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Mit­tags­schläf­chen hat Dein Bub ge­hal­ten. Erst hat er sich voll und dick ge­ges­sen: eine gro­ße Por­ti­on Schwei­ner­nes gab es heu­te. Wir ha­ben näm­lich un­se­re bei­den Schwei­ne ge­schlach­tet. Sie wohn­ten da un­ten an der Gru­be – ich habe sie kaum ein­mal ge­se­hen – sie führ­ten wohl ein rech­tes Schat­ten­da­sein – nur abends, wenn mich mein Weg da hin­un­ter führ­te, hör­te ich be­lus­tigt das zu­frie­de­ne Schnar­chen der Bors­ten­tie­re, ich hat­te das bis­her nie ge­hört – nun ha­ben sie den Sinn ih­res Da­seins er­füllt: für ei­nen Au­gen­blick das Herz ge­frä­ßi­ger Sol­da­ten hö­her schla­gen zu las­sen. Wei­ter­le­sen!