28. Januar 1941

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Diens­tag, am 28. Ja­nu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebst­er Du!! Mein lie­ber, lie­ber [Ro­land]!! Ge­lieb­ter mein!!

Heut[e] ist es spät, da ich Dir schrei­be, schon 5 Uhr – und wenn Mut­sch heim­kommt und ehe Va­ter zur Nacht­schicht geht, ist noch eine Wei­le Un­ru­he um mich her – der Bote kann also heu­te abend noch nicht mit fort. Aber Du!! Mor­gen früh ist das mei­ne er­s­te Ar­beit, daß ich ihn zur Post brin­ge! Wes­halb ich heu­te so spät fer­tig wur­de? Die Wä­sche vom Wo­chen­en­de war tro­cken, ich habe sie gleich nach Ti­sche [sic] aus­ge­bes­sert und ge­stopft und ge­plät­tet und wie­der an ih­ren Platz ge­bracht. Ich kann nicht lei­den, wenn sich die Sa­chen ta­ge­lang um­her­drü­cken und man kann sie aber auch nicht auf­räu­men in ih­rem un­fer­ti­gen Zu­stand. Ja – da­mit habe ich mir ei­nen vol­len Nach­mit­tag ver­ses­sen. Au­ßer­dem habe ich vor­hin auch noch uns[e]re Gar­di­nen für die Kü­chen­fens­ter ge­plät­tet. Die­se Wo­che wird die Kü­che gründ­li­ch sau­ber ge­macht. Weil ich nicht bis zu­letzt al­les auf­he­ben will – da möch­te ich mich lie­ber [ein] bis­sel [sic: biss­chen] ru­hig ver­hal­ten!! Wei­ter­le­sen!

28. Januar 1941

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Diens­tag, den 28. Ja­nu­ar 1941

Mein lie­bes teu­res Herz! Herz­lieb mein!!! Du!!!!

Heu­te fang ich mal gleich zu mit­tag an. Es ist so schön ru­hig. Und heut[‘] abend will ich mich mal bis­sel [sic: biss­chen] eher nie­der­le­gen zum Aus­schla­fen. Letz­te Nacht habe ich we­nig ge­schla­fen, habe ge­fro­ren im Bett – es ist mords­kalt bei uns seit ges­tern. Ne­ben mir liegt Dein lie­ber Bote vom Sonn­tag. Und ich will gleich mal auf ihn ein­ge­hen. Will Dei­ne Ge­dan­ken wei­ter­spin­nen. Daß mein Herz­lieb die Kin­der liebt, das weiß ich nun. Hät­te nicht dar­auf ge­ra­ten frü­her. Aber nun paßt es doch ganz zu dem Bil­de mei­ner Hil­de: kin­der­lieb ist wohl auch alt­mo­di­sch, mo­dern ist es we­nigs­tens nicht. Eine Ge­wis­sens­fra­ge: Wenn Du so se­lig vom Kind­lein träumst und Dei­nem Mut­ter­s­ein, an wel­che Grö­ße denk­st Du da? Wel­che magst Du so ganz lieb an Dein Herz neh­men? Ich weiß es, oder mei­ne es zu wis­sen: die klei­nen zwi­schen 0 und 3. Du?!! Dein Hubo ist ein neu­gie­ri­ger! Wei­ter­le­sen!