26. Dezember 1940

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Donnerstag den 26. Dez.[ember] 1940

Herzallerliebste, meine liebe, liebe [Hilde], Du!!

Eben bin ich zurück aus Eckernförde, es ist viertel nach zehn. Es war nicht schön. Ich traf die Kameraden am verabredeten Ort. In 3 Kneipen sind wir [’]rumgezogen, d[as] h[eißt] mich haben sie mitgezogen. Ich wollte ihnen den Spaß nicht gründlich verderben und zeigte mich willig für die Spanne Zeit, die ich bei mir für diesen Ausgang bewilligt hatte. Dann war ich unerbittlich. Wir haben auch noch zu abend gegessen. Einer hatte Fleischmarken mit. Dein Hubo hat nur Apfelsaft getrunken und ist ganz nüchtern zurückgekehrt. War ich doch wenigstens auf ein paar Stunden uns[’]rer Bude entflohen, die mir heute so auf die Nerven ging. Ach, Feiertage bei den Soldaten, lieber nicht. Jetzt ist es ziemlich ruhig. Etliche liegen schon in der Koje, und die Krakeeler sind noch in der Kantine. Weiterlesen!

26. Dezember 1940

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Am 2. Weihnachtstag 1940.

Herzallerliebster!! Mein Roland!! Mein lieber, lieber Roland!!

Sonnenschein liegt überm[´] weißen Land, der Himmel, der blaue, ist über uns. Feiertag – rechter Feiertag draußen. Weiterlesen!

26. Dezember 1940

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Mittwoch, den 25. Dezember [’]40.

Mein liebes, teures Herz!

1. Weihnachsfeiertag am Abend. Herzliebes! Was gibst Du wohl jetzt an? Sitzt vielleicht am Radio, wenn ihr es noch gekriegt habt? Heut[’] gab es eine Festaufführung der Bohème von [Giacomo] Puccini. Ich habe nur ein ganz kleines Stück gehört, herrliche Stimmen, und gerade wieder die Stelle vom kleinen Händchen [„Che gelida manina“]! Ach Du! Was ruft diese Musik herauf an Seehnen und Süße!! Mein Tageslauf heute? Um 8 Uhr Wecken. Um ¼ 10 Uhr gemeinsames [F]rühstück: Belegte Brötchen, Bohnenkaffee. 10-12 Uhr: An Deinem [B]rief geschrieben. 12 Uhr Mittag: Rumsteak [sic], Rotkraut, Pudding. Ab 1 Uhr Mittagsruhe. ¼ 4 Uhr weckte man mich zur Arbeit: Restliche Photoalben waren gekommen und mußten beschriftet werden. Weiterlesen!