25. Dezember 1940

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Am 1. Weihnachtstag 1940.

Geliebter!! Herzallerliebster!! Du mein lieber, lieber [Roland]!!

Es ist jetzt abends ½ 9, ich sitze wieder an meinem alten, lieben Platzel unterm Lichtkranz und denke Dein. Der Kranz allein spendet mir zu wenig Licht, unser Geselle hilft leuchten! Er tut’s s ja so gerne, er ist’s ja schon gewöhnt, Du!! Im Radio erklingen [Giacomo] Puccinis Melodien, aus Bohèmen [sic]. Ich kann mir kein rechtes Bild machen von allem, ich kenne die Handlung nicht genau, hab[’] ihren Sinn einmal vor langer Zeit gelesen, als es verfilmt wurde [wohl: Zauber der Bohème, Ö, 1937]. Und jetzt stört mich der Gesang in meinem Gedenken, ich schalte ab. Du!! Heut’ bin ich richtig müde — ich war gestern abend bis kurz vor ½ 1 auf und hab an Dich gedacht. Heut’ früh um 6 hat mich die Mutsch geweckt, die Kirchenglocken läuteten eben den Weihnachtstag ein — es war schon warm in der Küche, Vater hatte angefeuert und wir legten uns miteinander auf’s Sofa, deckten uns mit der Decke zu und — hörten uns das Hafenkonzert an! Weiterlesen!

25. Dezember 1940

T&Savatar[401225-1-1]

Am 1. Weihnachtsfeiertag 1940.

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebe [Hilde], Du!!

Ach Du, der Heiligabend gestern war ein so merkwürdiger Tag. Solange, wies ich nun schon von Hause wegbin [sic], solch Heimweh hatte ich noch nie wie gestern! War es, weil Ihr zu Hause alle an mich gedacht habt, und Du, Herzlieb. allen zuvor? [sic] Ach Du! Am Nachmittage schon packte es mich: H. schickte mir ein Weihnachtsgeschenk, am 22. schickte er es ab, sich seines traditionellen Zuspätkommens entschuldigend, und nun [ka]m es ganz pünktlich. Dann wurde ich mitten aus der Arbeit weggerufen, da stand Dein Weihnachtsmann draußen, Frau Peterson mit dem Heini! Und wie ich dann geschäftig auf- und abgehe, da dringt aus den Stuben das Lied von der Stillen Nacht, Du!, da preßte es mir die Tränen mit aller Gewalt in die Augen. Weiterlesen!