15. Dezember 1940

Antoniterkirche Köln 1940.jpg
Weihnachtszeit 1940, hier die Antoniterkirche Köln, Foto von ev. Gemeinde Köln, lizenziert unter Copyrighted free use über Wikimedia Commons, 12.2015.

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Sonntag, am 3. Advent 1940.

Geliebter, mein [Roland]!! Herzallerliebster!! Du!! Du!!!

Du!! Wie soll ich denn nun anfangen mit der Botschaft, die ich Dir bringen will? Ach, Du!!! Hast Du es nicht schon gefühlt heute früh, genau um 700, mit dem Glockenschlag? Du mußt es ja doch gefühlt haben — Du — so jäh, so heftig und so innig, fest dachte ich an Dich, mein Herz!! Du!! Du!!! Ach, die ganze Nacht schon mußte ich Deiner denken, weil ich wieder einmal nicht schlafen konnte, Du! Und dabei war ich so erschöpft. Heftige Schmerzen im Leib plagten mich — ich konnte kein Auge zu tun. Ich hatte Angst, daß ich mir etwa Schaden getan hätte beim Waschen. Wir haben nämlich alles auf der Hand gewaschen, nicht mit der Waschmaschine, weil’s da so über die Wäsche geht — und das strengt den Rücken und den Leib ganz schön an; aber ich habe mich doch so in acht genommen. Weiterleiten!

15. Dezember 1940

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Sonntag, den 15. Dez. 1940.

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Deine trüben Gedanken wollte ich alle verscheuchen, den Schatten wollte ich wehren. Und mir selbst wollte ich wieder einmal Klarheit suchen. Geliebte! An einer großen Entscheidung stehen wir beide. Und es ist nur verständlich und recht, wenn wir nachschauen, wo wir beide stehen, damit wir dann desto sicherer weiterschreiten. Daß uns[e]re Liebe tief und ernst ist, daß sie stark genug ist, ein Kindlein zu tragen, das möchte ich Dir recht deutlich machen. Und daß Dein [Roland] bereit dazu ist, dessen möchte ich Dich ganz versichern. Wenn ich dabei von mir sprechen muß, sollst Du nicht denken, daß ich mich loben will. Ich möchte Dir sagen: daß meine Liebe zu Dir nie erkalten wird. Weiterlesen!