13. Dezember 1940

Winterlandschaft Alpspitze um 1930, Foto Sammlung J. Meierhöfer, lizenziert unter CC-BY-SA-2.0-de über Wikimedia Commons, 12.2015.

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Freitag, am 13. Dezember 1940.

Herzallerliebster!! Mein [Roland]!! Mein lieber, guter [Roland], Du!!

Ein Tag folgt dem ander[e]n; gleich grau, gleich trübe sind sie jetzt immer. Flocken fallen, lautlos  Tag und Nacht. Sie decken alles zu, bedecken die nackte, frierende Erde mit ihrer warmen Hülle. So feierlich sieht es draußen aus jetzt und besonders abends, wenn man einsam geht draußen, da spürt man das Feierliche ganz deutlich, das in dieser Stille liegt  und in dieser weißen Pracht. Weiterlesen!

13. Dezember 1940

T&Savatar[401213-1-1]

Freitag, den 13. Dezember 1940.

Meine liebe, liebe [Hilde]! Geliebte, Holde mein!

Wenn uns[e]re Boten uns erreichen, dann ist all das, was uns eben an jenem und diesem Tage bewegte und stimmte, meist schon verzogen, eh wir dazu kommen, darauf einzugehen. Sind düstere Tage jetzt, Herzliebes, die trübsten im Jahre. Die trübsten eigentlich schon nicht mehr  Advents- und Weihnachtsglanz soll auf ihnen liegen. Die heimlichsten waren sie uns Kindern mit ihrem Dunkel, aus der die Erwartung des Festes und die Liebe und Traute des häuslichen Kreises so warm leuchteten. Der Krieg mit seinen Sorgen, das Hasten um das notwendigste Tägliche  und Herzliebes  daß wir einander fern sind  läßt uns diese Freude nicht in ihrer ganzen Größe aufleuchten. Weiterlesen!