04. Dezember 1940

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Seit ei­ner Wo­che lief in deut­schen Ki­nos der Film der ewi­ge Jude von Re­gis­seur Fritz Hipp­ler: ein ag­gres­siv an­ti­se­mi­ti­scher Pro­pa­gan­da­film. Hier: Wer­be­pla­kat zum Film, über Wi­ki­me­dia Com­mons, 12.2015.

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Mitt­wo­ch, am 4. De­zem­ber 1940. 

Herz­al­ler­liebst­er!! Mein[Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Ro­land]!!

Nach dem hei­ßen Bade ges­tern abend habe ich schön ge­schla­fen. Herz­lieb! Ich hab ge­träumt von Dir! Als wä­ren wir den Weg wei­ter­ge­gan­gen, den wir abends mit­ein­an­der in Bar­kels­by gin­gen, als die Son­ne so far­ben­präch­tig sank, weißt Du noch? So schien es; er mün­de­te in eine gro­ße, grü­ne Wie­se. Und es war nicht Abend son­dern Tag, ganz hell war es um uns her. Du faß­test mich bei der Hand und wies[es]t auf die Mar­ge­ri­ten, die da in gro­ßer Men­ge stan­den, und ich pflück­te Dir ei­nen gro­ßen Strauß da­von – Du nahmst mich da­für in Dei­ne Arme, Liebst­er! Ganz fest, ganz in­nig preß­test Du mich an Dich, Du! Ach, Du!! Ich spü­re den in­ni­gen Druck jetzt noch, wenn ich an mei­nen Traum den­ke! Und wir ver­ga­ßen um uns Zeit und Raum Du – wir hat­ten uns ganz lieb – mein [Ro­land]!! Mir zit­tert rich­tig ein we­nig die Hand, wenn ich dar­an den­ke, Du! Wei­ter­le­sen!

04. Dezember 1940

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Mitt­wo­ch, d. 4. De­zem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Ge­lieb­te, Hol­de mein!

Dein lie­ber Bote ist ge­kom­men, Du!! Ich wuß­te es, daß die Son­ne des Glü­ckes auch in Dir strahlt, daß sie den Schmerz des Ab­schie­des ver­drän­gen wür­de, so wie bei mir. Herz­liebste! Dei­ne Zei­len drän­gen mir den Ge­dan­ken auf: Du bist mir die liebste, ein­zigs­te, die wür­digs­te, die hol­des­te, um de­ren Gunst und Lie­be ich die­nen und wer­ben kann! Du schreib­st recht: War­um im­mer wie­der, dar­um fra­gen, dar­um sa­gen? Und doch macht es im­mer wie­der Freu­de, es ein­an­der zu sa­gen und zu ver­si­chern, so wie wir es auch in un­se­ren Ta­gen ta­ten. Wei­ter­le­sen!