31. Dezember 1940

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Dienstag, am 31. Dezember 1940.

Herzallerliebster!! Geliebter!! Mein lieber, lieber [Roland]!! Du!!

Die Uhr zeigt 2140 —  mußt es schnell umrechnen, Du!! Die Mutter sitzt vorm Ofen und strickt an ihrem Pullover, die [Hilde] sitzt am Tisch und — na nun rate, was sie wohl tut!! Und das wären sie schon alle, die lebenden Wesen, die un[s]er Stübchen füllen. Weiterlesen!

30. Dezember 1940

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Montag, den 30. Dezember 1940

Herzlieb, Du! Meine liebe, liebste [Hilde] Du! Geliebte, Holde mein!

Du! Du!! Wie soll ich denn heute anfangen? Ich möchte Dir etwas schenken, Du!! Ich möchte Dich ganz glücklich machen, Herzlieb!! Dich erlösen!! Meine [Hilde]!! Mein liebes, treues, liebes, armes Weib! Du! Du!! Und Dein [Roland] kann Dir nicht helfen. Weiterlesen!

30. Dezember 1940

Auszug aus dem Brief, Umordnung von Worte
Auszug aus dem Brief, Umordnung von Worte

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Montag, am 30. Dezember 1940.

Geliebter!! Herzallerliebster!! Mein lieber, lieber [Roland]!!

Der vorletzte Tag im alten Jahre ist nun heute. Wir blicken unwillkürlich einmal zurück, wenn wir zwei jetzt auch viel lieber vorwärts blicken, Herzlieb, Du!, weil wir so voll Sehnsucht nacheinander sind. Weil wir so wünschen, die Zeit möchte eilen — eilen, bis zu unserem Wiedersehen! Du!!
Das alte Jahr, es brachte uns Freude, viel, viel Freude und Segen! Du!!

29. Dezember 1940

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Sonntag, am 29. Dezember 1940.

Herzallerliebster!! Mein [Roland]!! Mein lieber, lieber [Roland]!

[S]onntagabend ¾ 8 Uhr. Ich sitze unterm Lichterkranz und denke Dein. Wenn mich nicht alles täuscht, Du! Dann schreibst Du mir jetzt auch, ich spür es in meiner Linken! Du weißt ja wie das ist. Soviele Male ich [zu] Dir davon sprach hast Du mich ausgelacht, Du Böser! Und ich glaub doch daran. Weiterlesen!

29. Dezember 1940

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Sonntag, den 29. Dezember 1940

Mein liebes, teures Herz! Meine liebe, liebe [Hilde], Du!!

Ein grauer, trüber Sonntag draußen. Es regnet. Aller Schnee ist zerronnen. Was tun? Ich setze ich mich vor meinen Bogen und denke an mein Lieb, dann scheint die Sonne so hell und warm, Du, mein Glück! Vorhin kam schon ein Sonnenstrahl zu mir, Dein lieber Bote vom 2. Feiertag. Ich danke Dir für alle Liebe und Treue, die Du mir darin wie so immer erzeigst, diesmal nur wieder ein wenig [a]nders. Geliebte! Das Vertrauen zwischen uns, das restlose höchste und letzte Vertrauen, es ist das allerköstlichste, es ist sowohl die Frucht als auch die Knospe uns[e]rer großen, reinen Liebe, es ist der blaue Himmel uns[e]res Glückes. Es ist, was unseren Bund zum einzigen, einmaligen, kostbaren Besitz macht, was  ihn heraushebt über alle anderen engen Bindungen zu Freunden und Verwandten; dieses Vertrauen, das seine sichtbare Erfüllung findet in unseren glücklichsten Stunden; diese Stunden, die alle Glückseligkeit verlieren [w]ürden, wenn dieses Vertrauen nicht bestünde. Weiterlesen!