21. Oktober 1940

Gëlle Fra (War Memorial, Luxembourg city)21
Am 21. Oktober 1940 riss die Gestapo die „Gëlle Fra [goldene Frau]“, Mahnmal für die gefallenen luxemburgischen Soldaten im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Franzosen, ab. Ein Protestaktion wurde mit Gewalt und Verhaftungen von der Gestapo erwidert. Foto: Aidaverri, 02.09.2014, durch CC-BY-SA-3.0-LU lizenziert, über Wikimedia Commons, 10.2015.
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Montag, am 21. Oktober 1940 in K..

Herzallerliebster! Du mein lieber, guter [Roland]! Geliebter mein!

Eine schlaflose Nacht liegt hinter mir. Es gab Alarm. Schon ½11 abends. Wir standen auf und gingen hinüber zu S.s, in dem Pferdestall ist es schön warm. Ich konnte dann nicht mehr schlafen. Vielleicht ½ Stunde dauerte es, bis die Entwarnung kam. Geschehen ist in unserer Nähe nichts. Aber in Berlin sind sie in Wellen angeflogen kommen [sic], berichten die Nachrichten heute. Weiterlesen!

21. Oktober 1940

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

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Mon­tag den 21. Ok­to­ber 1940.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de], Du! Hol­de!

So pünkt­lich kommt Dein lie­ber Bote jetzt! Je­den Tag bin auch ich un­ter den glück­li­chen Emp­fän­gern, ge­wiß der glück­lichs­te un­ter ih­nen. 36 Brie­fe zäh­le ich von Dei­ner Hand! Ei­nen von Dei­nen Blö­cken muß ich heu­te neu an­rei­ßen. Ich habe jetzt et­li­che Map­pen in Vor­rat und kann Dir eine ab­ge­ben, wenn es dar­an fehlt. Was ha­ben wir uns nun nicht al­les schon wie­der ge­schrie­ben! Wenn wir vor die Auf­ga­be ge­stellt wür­den: Schrei­be 36 Brie­fe!, es hät­te uns ge­schwin­delt vor Rat­lo­sig­keit und Schwie­rig­keit. Und nun sind sie doch ge­füllt und auch das nächs­te Du­zend wird mü­he­los be­schrie­ben. War­um reißt man uns auch aus­ein­an­der! Wei­ter­le­sen!