Eichler-Schwarzkopf, Selbstkonstruktion und – inszenierung

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Daniela Eichler-Schwarzkopf, Wien


Selbstkonstruktion und -inszenierung im Nationalsozialismus

Dieser Beitrag präsentiert die Selbstkonstruktion und -inszenierung der Liebenden Hilde und Roland kurz vor ihrer Hochzeit im August 1940. Die Briefe der beiden geben unter anderem einen Einblick in ihren privaten Alltag, ihre Denkweisen und Werturteile sowie den Einfluss der nationalsozialistischen Politik. Ich analysiere Sequenzen zweier Briefe aus ethnologischer Sichtweise unter Einbeziehung historischer, sprach-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Aspekte. Davon ausgehend, dass die Brautleute der propagandistischen Indoktrination des NS-Regimes unterliegen und diese in die Liebesbeziehung der beiden hineinreicht, zeige ich die Auswirkungen auf Hildes und Rolands Auffassung von Geschlechterrollen und Partnerschaft sowie den Einfluss traditioneller Einstellungen und Wertorientierungen.

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15. Oktober 1940

50 Jahrfeier der Torpedowaffe 1937 in Wilhelmshaven
50 Jahrfeier der Torpedowaffe, Wilhelmshaven, 1937. Foto Eigentümer und Rechteinhaber: Buonasera. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license, über Wikimedia Commons, 10.2015.
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Dienstag den 15. Oktober 1940

Herzallerliebste! Meine liebe, liebe [Hilde], Du!

Der Admiralbesuch heute hat richtig den ganzen Kalendar in Unordnung gebracht. Der Dienstplan wurde umgestoßen. Von 9 Uhr an verwandelten sich die Matrosen mit Gewehr und Seitengewehr in Kehrfrauen, Scheuerweiber, Straßenkehrer. Das ganze Lager wurde auf den Kopf gestellt. Weiterlesen!

15. Oktober 1940

Hilde Weissner, Schauspielerin, Spielt Holde Rotemunde in Daheim in der Heide, 1936. Über Virtual History, 10.2015.
Hilde Weissner, Schauspielerin, spielt Holde Rotermund in Daheim in der Heide, 1936. Über Virtual History, 10.2015.

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Dienstag, am 15. Oktober 1940, in K..

Herzallerliebster! Du mein geliebter, guter [Roland]!

Wieder daheim. Wie schön ist es, wenn man das sagen und fühlen kann. Ach, mein Rudolf Du, das Herz war mir so übervoll all die Tage und ich war doch gebunden, konnte nicht sein, wie mir das Herz gebot. Es war nicht leicht für mich. Aber nun kann ich wieder nur Dir leben, nur Dir, mein [Roland]. Weiterlesen!