14. Oktober 1940

[401014-​1-​1]

Mon­tag den 14. Ok­to­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de] Du!

Ein straf­fer Mon­tag geht zu ende. Bis 5 Uhr Dienst. Ge­wehr­put­zen, Ra­sie­ren, Stie­fel­put­zen, Tor­nis­ter­schnal­len. Dar­über ist es ½ 9 Uhr ge­wor­den. Eine gro­ße Freu­de brach­te mir die­ser Tag noch: 3 Tage Bo­ten auf ein­mal ka­men heu­te, die vom Don­ners­tag, Frei­tag und Sonn­abend. So­viel Freu­de auf ein­mal nach dem lan­gen War­ten. Nun weiß ich doch wie­der, wo Du steckst, wo­hin ich Dir fol­gen muß. Hab vie­len herz­li­chen Dank, Du, Herz­al­ler­liebs­ter! Daß Du mich ver­ges­sen hät­test, habe ich kei­nen Au­gen­blick ge­dacht. Weißt [Du], ich habe heu­te nicht viel An­dacht heu­te [sic], es ist so un­ru­hig im Zim­mer. Aber ich schrei­be, so gut ich kann. Mor­gen wird der K., das ist der Küs­ten­be­fehls­ha­ber, ein Ad­mi­ral, auf ei­ner In­spek­ti­ons­fahrt un­ser La­ger be­sich­ti­gen. Da liegt na­tür­lich al­les auf dem Sprung. Der gan­ze Dienst­plan für mor­gen ist um­ge­sto­ßen und auf die­sen Be­such ein­ge­stellt. Wei­ter­le­sen!