05. Oktober 1940

Hilde vor dem Hoffmans Haus, L. 30.10.1938
Hil­de vor dem Haus des Hoff­mans, L. 30.10.1938

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Sonn­abend, den 5. Ok­to­ber 1940

Mein lie­bes, teue­res [sic] Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Schon tausch­ten wir die ers­ten herz­li­chen Wor­te, schon wa­ren wir uns in­ner­lich ein paar gute Schrit­te nä­her­ge­kom­men, als wir dann uns[e]re Bil­der tausch­ten, Herz­lie­bes! Mein gan­zes In­ne­re ge­riet wie­der in Auf­ruhr da­mals, ähn­lich wie an den Ta­gen, da wir die ers­ten Brie­fe wech­sel­ten. Da la­gen nun zwei Bil­der — wie­viel Frau­en – und Mäd­chen­bil­der hat­te ich schon ge­se­hen und be­trach­tet! — und sie soll­ten nun et­was ganz be­son­de­res vor­stel­len, mit ih­nen soll­te ich mich an­freun­den für das gan­ze Le­ben, aus ih­nen soll­te mich die eine an­schau­en, die ich mir auf die­ser Erde zur Ge­fähr­tin er­wähl­te! Es war ein Kampf, ein Rin­gen in mir, Du! Und was da kämpf­te, was da rang, das wa­ren die Wunsch­bil­der mei­ner Träu­me von der Aus­er­wähl­ten, mit den Bild­nis­sen des Men­schen­kin­des, das mir be­kann­te, wie un­end­lich es mich lie­be. Wei­ter­le­sen!