19. September 1940

Bundesarchiv Bild 183-W-0801-512, Rhön, Hanna Reitsch beim Segelflug-Wettbewerb.jpg
In Rendsburg besuchte Hanna Reitsch, Fliegerin und Luftwaffe-Testpilotin, die Koloniale Frauenschule Rendsburg (1926-45), hier bei einem Segelflugwettbewerb 1936, DBa Bild 183-W-0801-512 / Becke, Heinrich von der / CC-BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons, 09.2015.

[400919-2-1]

Donnerstag, am 19. September 1940.

Herzallerliebster! Du mein lieber, lieber [Roland]!

Heute ist heller Sonnenschein draußen und ich bin ganz wohl und munter. Mutter ließ mich heute früh schlafen, und ich bin erst um 8 [Uhr] aufgeweckt. War ich erschrocken.

Du kannst schon immer Dir ausmalen, was bloß los wäre, wenn ich Dich, meinen Wecker[,] nicht hätte in Zukunft! Heute früh habe ich eine liebe Überraschung erlebt. Weiterlesen!

19. September 1940

Bundesarchiv Bild 183-R99542, München, Judenverfolgung, Michael Siegel.jpg
Nicht Teil des zukünftigen Glücks, von dem Roland schreibt: jüdische Deutsche wie der Münchner Rechtsanwalt Dr. Siegel waren schon lange aus der ‚Volksgemeinschaft‘ ausgeschlossen, hier März 1933, DBa, Bild 183-R99542 / CC-BY-SA 3.0. Licensed under CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons, 09.2015.

[400919-1-1]

den 19. September 1940

Herzallerliebste, meine liebe, liebe [Hilde], Du!

Donnerstag ist schon wieder. Mittagspause. Es geht eine laue Luft. Ich sitze auf meinem Schemel im Garten und nutze die Freizeit, Dir zu schreiben, denn heut[e] abend drängen sich die Geschäfte wieder: Kartoffelschälen, Kino (Es ist auf heute verschoben worden). Neues Briefpapier. Ich bekam einen Block in der Kantine. Siegfried, der gute, schreibfleißige hat mich schon aufgestöbert in meiner neuen Stellung. Er erhielt gestern einen langen Brief. Weiterlesen!