04. Juni 1940

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S. am 4. Juni 1940.

Herz­al­ler­liebste, mei­ne lie­be [Hil­de], Du!

Ich möch­te die Ge­dan­ken, die Du in Dei­nem lie­ben Brief­lein an­rühr­st, ein we­nig wei­ter­spin­nen. Ges­tern las ich in ei­ner Zei­tung die An­zei­ge des Hel­den­to­des zwei­er Brü­der in hö­he­rem mi­li­tä­ri­schen Rang, aka­de­mi­sch ge­bil­det, die Mut­ter und der drit­te im Fel­de ste­hen­de Bru­der wa­ren un­ter­zeich­net. Furcht­bar er­scheint uns das Her­ze­leid, wir kön­nen es nicht mit­emp­fin­den. Aber furcht­ba­rer be­rührt uns die Wucht und Ge­walt die­ses Schla­ges, wenn wir glau­ben, daß auch er — wie al­les Ge­sche­hen — bei Gott be­schlos­sen war. Muß­ten die­se kost­ba­ren Men­schen­le­ben so be­schlos­sen wer­den? War das ihr Sinn? Ob es die bei­den Men­schen vor­be­rei­tet traf? Wei­ter­le­sen!