30. Mai 1940

Bundesarchiv Bild 146-1974-061-61, Belgien, Kapitulation der belg. Armee
Kapitulation der belgischen Armee, Belgien, 28. Mai 1940, Pfitzner, Heeresfilmstelle, DBA, Bild 146-1974-061-61 / Pfitzner / CC-BY-SA, 04.2015.
[400530-2-1]

O., am 30. Mai 1940.

Am Dienstag. [28. Mai 1940]

Herzallerliebster!

[Roland]! Mein lieber [Roland]! Hast Du heute auch den großen Sieg vernommen? Eine tiefe Freude bewegt mich, seit ich es hörte. Wie unendlich dankbar bin ich unseren tapferen Soldaten. Weiterlesen!

27. Mai 1940

Plakat "Gesunde Eltern - Gesunde Kinder!", Hg.: NS Volkswohlfahrt, Reichsführung, Berlin, Entwürf: Franz Würbel, 1933, DHM 1990/533, 04.2015
Pla­kat Ge­sun­de El­tern – Ge­sun­de Kin­der!”, Hg.: NS Volks­wohl­fahrt, Reichs­füh­rung, Ber­lin, Ent­würf: Franz Wür­bel, 1933, DHM 1990/​533, 04.2015

[400527-​1-​1]

S. am 27. Mai 1940

Herz­al­ler­liebste, mei­ne lie­be [Hil­de] Du!

Dar­an muß ich den­ken, daß in dei­nem All­tag in die­ser Wo­che eine ein­schnei­den­de Ver­än­de­rung ein­tritt. Um mir zu fol­gen, Herz­lie­bes, will­st Du Dei­ne Ar­beits­stät­te ver­las­sen. Un­auf­halt­sam und im­mer deut­li­cher tritt das Vor­ha­ben uns[e]rer Ver­bin­dung her­an mit Um­stän­den [u]nd Ver­än­de­run­gen. Wa­ren es erst nur Ver­än­de­run­gen, die ge­heim nur uns bei­de an­gin­gen, so sind es jetzt be­deut­sa­me, al­len ver­nehm­ba­re Schrit­te. Und fes­ter müs­sen wir un­se­re Zu­ver­sicht und Glau­ben in die Hand neh­men: was jetzt ge­schieht und sich voll­zieht ist un­ser Schick­sal, das wir aus Got­tes Hän­den emp­fan­gen. Wei­ter­le­sen!

26. Mai 1940

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

[400526-​2-​1]

# O., am 26. Mai 1940.

Herz­al­ler­liebst­er! Mein [Ro­land], Du!

Ei­nen Brief hat­te ich schon für Dich ge­schrie­ben, am Frei­tag — abends nach dem Bad als ich im Bett lag. Ich habe ihn aber ges­tern wie­der zer­ris­sen und ver­brannt. Es braucht Dir nicht leid sein dar­um; denn Du wärst be­stimmt trau­rig ge­wor­den dar­über. Ich war so schwer­mü­tig an dem Tage; es lag dar­an, daß ich wie­der ein­mal viel ge­se­hen und ge­hört hat­te, was mich auf­regt. Wei­ter­le­sen!

25. Mai 1940

Belgian refugees. United Nations - NARA - 535895
Belgische Flüchtlinge, 1940, Office for Emergency Management, Office of War Information, US NARA, RG 208 (ARC identifier: 535890), über Wikimedia Commons, 04.2015
[400525-1-1]

S. am 23. Mai 1940.

Herzallerliebste, meine liebe [Hilde], Du!

So lange brauchte ich nicht nach der Feder zu greifen! Still ist es wieder geworden in meinem Hause [sic], nach froher Geselligkeit nun doppelt und seltsam still. Ich spüre frühmorgens nicht mehr den Atem hinter meiner Tür, brauche nicht mehr rücksichtsvoll leise zu treten. Du stehst nicht mehr bequem leibhaftig vor mir nach dem Dienst, ich muβ Dich wieder suchen, und wir müssen uns mit Worten wieder verständlich machen. Weiterlesen!

6. Mai 1940

[400506-1-1]

S. am 6. Mai 1940.

Herzallerliebste, meine liebe [Hilde] Du!

Bundesarchiv Bild 146-1981-060-03, Frankreich, Infanterie auf dem Marsch
Deutsche Soldaten auf dem Marsch, Frankreich, 06.2015
Hast meinen Boten recht vermißt, Herzliebes? Gestern konnte er nicht kommen, gestern ging einmal das Zuhause vor, Du! Ach es waren ein paar bewegte Tage. Am Freitag stellte man mich vor die Wahl, Soldat zu werden, Flugmeldedienst auf dem W.berg, der Vorgesetzte sucht dringend einen Mann und wandte sich gütig anfragend zuerst an mich, weil ich mich einmal dazu bereit erklärte. Gefühlsmäßig war meine Wahl schnell getroffen, jetzt auf meinem Posten auszuhalten. Nur ein paar Vernunftgründe ließen mich doch ein wenig zaudern. Ich erzähle Dir daran. Weiterlesen!