27. März 1940

[400327-​1-​1]

S. am 27. März 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Du!  So kurz wa­ren uns[e]re Tage.  Wie ver­flo­gen sind sie.  Ich bin ges­tern um­her­ge­irrt, als könn­te es gar nicht sein, daß Du schon wie­der ent­schwan­dest, Herz­al­ler­liebs­te Du!  Die Er­in­ne­rung an uns[e]re Tage ist so süβ und zau­brisch, Du!  Heu­te vor­mit­tag bin ich ab­ge­reist, vor­mit­tag schon, da­mit [i]ch viel­leicht heu­te noch um­keh­ren könn­te zu Dir, Ge­liebs­te!  Eben bin ich mit dem Rad aus S. zu­rück, um mir Ge­wiß­heit zu ho­len.  Ganz ver­schie­den be­ginnt der Un­ter­richt in ein­zel­nen Or­ten, in S. selbst erst am 1. April.  Aber für uns bleibt es da­bei, Don­ners­tag, den 28. März.  Du, kannst Du Dir den­ken, daß ich voll Hoff­nung war und Freu­de? Wei­ter­le­sen!