13. März 1940

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O., am 13. März 1940.

Am Mon­tag.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Ro­land]!

Der ers­te Tag ist zu Ende ge­gan­gen.  Reg­ne­risch und grau hub er an am Mor­gen, än­der­te sich auch nicht bis zur Stun­de.  Mei­ne Ar­beit heu­te war öde und lang­wei­lig — und doch . . . . . Du!  Mein Liebs­ter, Du!  Ich spü­re ja al­les Trü­be um mich her kaum, wenn ich an Dich den­ke!  Die Son­ne un­se­res Glü­ckes über­strahlt al­les, al­les.  Du hast mich wie­der so sehr glück­lich ge­macht mit Dei­nem Be­such, so reich an in­ne­rer Freu­de bin ich, ach, so froh, Du!  Was shade­te das lan­ge War­ten, voll Un­ge­duld vor­her?  Es lehr­te uns doch nur die Stun­den, die wir uns ge­hö­ren dür­fen erst recht schät­zen. Wei­ter­le­sen!

13. März 1940

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Karelische Landenge 13. März 1940
Karelische Landenge am 13. März 1940, dem letzten Tag des Winterkriegs, gemeinfrei über Wikimedia Commons, 03.2015.
S. am 12. März 1940.

Herzallerliebste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Heute hat der Frühling wirklich zum ersten Male um die Ecke geschaut. Die Erde ist ein einziges Rinnsal, sie bricht auf, sie tut sich auf der belebenden Sonne. Wieder geht ein Dienstjahr zu Ende. Bald jährt sich der Tag zum zweiten Male, da wir uns näherkamen, Herzliebes! Zwei Jahre schon, Du! Wie schnell scheinen sie mir vergangen jetzt. Denk nur zwei Jahre weiter, Herzallerliebste! Du! Die Rede vom ewigen Kreislauf der Jahre ist nicht sehr gescheit. Es war der vorige Frühling für Dich und mich ein and[e]rer als der vor zwei Jahren. Und der diesjährige, so Gott will, wird uns anders finden als der vorangegangene, Herzallerliebste, Du! Weiterlesen!