28. Januar 1940

[400128-​2-​1]

O., am 28. Ja­nu­ar 1939 [1940!].

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Ro­land]!

Sonn­tag ist nun heu­te, und ich bin al­lein, und wenn für mich rech­ter Sonn­tag sein soll, dann mußt Du bei uns sein, Liebs­ter! Es geht nicht an, daß wir alle Fei­er­ta­ge zu­sam­men sein dür­fen. Und dies ist wohl auch ei­nes der äu­ße­ren Zei­chen mit, daß wir noch nicht für ganz uns an­ge­hö­ren. Ich bin nicht trau­rig oder kopf­hän­ge­risch des­halb — ob­wohl wir das Recht hät­ten, nach 6 ar­beits­rei­chen Ta­gen ge­mein­sam Sonn­tag zu fei­ern — ich neh­me es als Selbst­ver­ständ­lich­keit, wenn ich die Um­stän­de und noch die jet­zi­gen Ver­hält­nis­se be­den­ke. Ich bin ja auch schon so glück­lich und ganz zu­frie­den, wenn ich dar­an den­ke, daß wir die Frist, die zwi­schen un­se­ren Be­geg­nun­gen liegt, schon auf 14 Tage her­ab­ge­drückt ha­ben, Du! Wei­ter­le­sen!