25. Oktober 1939

[391025-2-1]

O., 25. X. 1939.

Herzallerliebster!

Heute früh erreichte uns die Nachricht Deiner lieben Eltern. Sie kommen! Und Du natürlich auch! Ich fahre ½ 3 nach Chemnitz und hole Euch ab. Unser ‚Gnädiger‘ ist auf Reisen konnte ihn noch nicht um Urlaub bitten. Halte den Daumen ganz fest, damit was draus wird. [Heu]te geht alles in Eile, ich hab[e] noch soo viel zu tun.

Bis Sonnabend auf frohes, gesundes Wiedersehen! Behüte Dich Gott! Ich sehne mich nach Dir! Du!

T&SavatarsmIch liebe Dich!

Deine [Hilde].

25. Oktober 1939

[391025-1-1]

S. am 25. Oktober 1939.

Herzliebes!

Ein ganzes Himmelreich von Plänen spiegelst Du mir vor, das nun auch schon in 72 Stunden anbrechen soll. Du! Du Gute! Und Du Schalk! Diese Pläne eröffnest Du mir in demselbsen Briefe, in dem Du mir gedeihliche Arbeit wünschst. Vorbei ist’s mit aller Andacht zur Arbeit. Schon zähle ich wieder die Stunden bis zu deren Ende. Was mich ein wenig bedrückte und verstimmte, daß wir die beiden Feiertage nicht voll würden nützen können, Du willst es zur Freude wenden! Weiterlesen!

22. Oktober 1939

Bundesarchiv Bild 146-1979-050-21A, Polen, Volksdeutsche begrüßen deutsche Soldaten.jpg
Volksdeutsche begrüßen deutsche Soldaten, 02. September 1939, Unterschrift: „Ein Tag, der ihnen unvergesslich bleiben wird. Seit dem frühen Morgen, als sich da Gerücht vom Herannahen deutscher Truppen verbreitet, warteten die deutschen Frauen und Mädchen jenseits der Grenze mit Broten, Obst und Getränken auf ihre Befreier. Nach dem harten Kampf und einem langen Nachtmarsch sind die Besatzungen der Tankwagen diese Erfrischungen doppelt willkommen.“ DBa Bild 146-1979-050-21A, Licensed under CC-BY-SA-3.0-de via Wikimedia Commons, 09.2014

[391022-2-1]

O., am 22. Oktober 1939.

Herzallerliebster, mein lieber, lieber [Roland]!

Es ist mir in diesen Tagen so deutlich geworden, daß es stark macht, einen Menschen zur Seite zu wissen, dem man ganz zu Eigen ist, bei dem man sich so ganz geborgen weiß. Liebster! Wie könnte es auch anders sein, als daß ich alles in stillem Einvernehmen mit Dir tue? Mir scheint, als fühle ich in Tagen der Sorge mehr denn je, daß wir beide zusammengehören. Und das ist wohl gut so — Sorge und Leid kettet die Menschen fester, inniger aneinander; wir wollen doch nicht nur an Sonnentagen zueinander finden — aber wir wollen so fest einander verbunden sein, daß wir aus eigener Kraft Sorgentage in Sonnentage wandeln. Weiterlesen!

21. Oktober 1939

391021-1-1

K. am 21. Oktober 1939.

Meine liebe, liebe [Hilde]!

Die Woche war so schnell um. Es ist jetzt nicht mehr viel am Tage. Der heutige Sonnabend ist dicht besetzt. Und unter den Nummern des Nachmittags steht auch der Sonntagsgruß an Dich. Er wird nicht sehr lang ausfallen können, denn bis zum Postauto ist nicht mehr viel Zeit. Es ist mir immer ein wenig unbehaglich, wenn ich nun unter dem Druck der Stunden schreiben muß. Aber Du verstehst mich ja. Weiterlesen!

18. Oktober 1939

[391018-1-1]

K. am 18. Oktober 1939.

Herzliebes, meine liebe, liebe [Hilde]!

Herzliebes! Daß ich diese Anrede einmal schreiben dürfte, das schwebte mir vor als der Inbegriff höchsten Liebesglückes. Du! Wo bin ich jetzt? So möchte ich Dir zu raten aufgeben, wenn ich es nicht schon verraten hätte. Wieder daheim bei Muttern. „18. Oktober 1939“ weiterlesen