14. Juli 1939*

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L. am 14. Juli 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Die­se Wo­che ist mir schnell ver­gan­gen. Ich habe je­den Tag Dei­ner ge­dacht, aber nicht so un­ge­dul­dig wie vo­ri­ge Wo­che. Ist es, weil wir am Sonn­tag uns so lieb hat­ten, oder ist es, weil wir hof­fen dür­fen, uns bald wie­der­zu­se­hen? Auf der Heim­fahrt — sie ver­lief ganz plan­mä­ßig — be­trüb­te es mich, daß wir es dul­den müs­sen, wie uns der Zug Ki­lo­me­ter um Ki­lo­me­ter, Hal­te­stel­le um Hal­te­stel­le auseinanderfü[hrt], Dich weit nach Wes­ten, mich nach Sü­den, be­drück­te mich auch der Ge­dan­ke, wie Pflicht und Be­ruf die Glie­der ei­ner Fa­mi­lie, die zu­sam­men sich so gut hel­fen und stär­ken könn­ten, aus­ein­an­der­reißt in Fer­ne und Frem­de, wo nun je­des ein­zeln viel schwe­rer sei­nen Mann ste­hen muß. Wei­ter­le­sen!