06. Januar 1939

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K. am 6. Ja­nu­ar 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Auf die Nach­mit­tags­stun­den hat­te ich Dei­nen Sonn­tags­gruß ver­scho­ben. Nun sind El­frie­de und Hell­muth ge­kom­men. Die Zei­len schrei­be ich in Eile, Du mußt ent­schul­di­gen. Nun muß ich Dee mei­ne Tage wie­der ohne Dich ver­brin­gen. Ach Du! Ges­tern ein­mal und als der Zug mich so rasch aus der Chem­nit­zer Ge­gend ent­führ­te, da kam es mir hart an. Im­mer möch­te ich um Dich sein! Aber Du bleibst mir ja und will’s Gott ist der Tag nicht mehr all­zufern, an dem un­ser Wunsch sich er­füllt. Siehst Du abends nach den bei­den Ster­nen in Eu­rem Hofe? Sie ver­än­dern ihre Stel­lung zu­ein­an­der, der di­cke ist ein Wan­der­stern, ein Pla­net. Wei­ter­le­sen!