26. Dezember 1938

[381226-2-1]

O., am 2. Weihnachtsfeiertag 1938.

Mein lieber [Roland]!

Am Heiligabend war ich fest entschlossen, auch mit den Eltern einig, heute bei Ihnen in L. zu sein. Um den Weg hatte ich keine Angst, ich hätte Sie auch bestimmt irgendwo gefunden, wären Sie nicht zu Hause gewesen. Am Abend wollte ich zurück.

Sie dürfen sich nicht ängstigen, krank bin ich nicht. Nur sehr erkältet. Am ersten Feiertag war mein Hals fast zu, ich trank Tee und gurgelte, hielt mich warm — umsonst. Heute bringe ich keinen klaren Ton heraus, manchmal schwindelt mir ein wenig; doch sehr hoch ist die Temperatur nicht. Ich hab[‚] am Heiligabend in der Kirche gefroren. Ich bin ein wenig traurig, daß es so kommen mußte. Die Eltern lassen mich nicht hinaus, Mutter ist ängstlich weil in L. Diphteritis ausgebrochen ist. Doch mir tut ja der Hals nicht weh, ich bin nur stark heiser . Weiterlesen!