02. November 1938

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L. am 2. Nov. 1938

Lie­be [Hil­de]!

Heu­te ist Mitt­wo­ch, der Wo­chen­tag, auf den ich mich son­st freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ih­nen al­lein sein. Heu­te habe ich mich ge­fürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Ge­dan­ken kom­men wie­der und die böse Er­in­ne­rung plagt mich. Nach 12 habe ich eine Vier­tel­stun­de still ge­lauscht und wur­de et­was ru­hi­ger, weil ich den Brief in Ih­rer Hand wuß­te. Aber nun kommt die Un­ru­he wie­der über mich. Ich will mich aus­lau­fen, nach B.. Aber die trü­ben Ge­dan­ken wer­den mit­ge­hen. Der Ge­dan­ke macht mich ganz un­glück­li­ch, daß wir die böse Er­in­ne­rung erst in 4 Wo­chen aus­lö­schen sol­len. Wol­len wir uns nicht nächs­ten Sonn­tag tref­fen? Die­ser Ge­dan­ke nur kann mich trös­ten. Wei­ter­le­sen!