27. Oktober 1938

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L. am 27. Okt. 1938

27.10.

Lie­be [Hil­de]!

In der Na­men­fra­ge beu­ge ich mich gern Ih­rer Ent­schei­dung. Ich hat­te Sie Ih­nen ja zwi­schen den Zei­len zu­ge­scho­ben. Ich höre mei­nen Na­men sel­ten ru­fen. Zu Hau­se sagt man meist Gro­ßer, Groß­el.” Es wun­dert und freut mich doch, daß Sie an dem so­li­den, alt­vä­te­ri­schen Na­men Ge­fal­len fin­den. Es wird ein be­son­de­rer Au­gen­blick sein, wenn er zum ers­ten Male von Ih­ren Lip­pen kommt.
Wei­ter­le­sen!

25. Oktober 1938

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O., am 25.10.1938.

Lie­ber [Ro­land],

Wenn ich ehr­lich sein will[,] muß ich ge­ste­hen, daß ich Ih­ren Vor­na­men un­zäh­li­ge Male schon nie­der­ge­schrie­ben habe. Ein wei­ßer Bo­gen Pa­pier, voll­be­schrie­ben mit dem Na­men [Ro­land]. Mir tat es im­mer leid, wenn ich die­sen Bo­gen dem Feu­er über­gab. Als Kin­de­rei kann man das wohl be­zeich­nen; doch mei­ne Ge­dan­ken wa­ren da­bei and[e]rer Art. Wei­ter­le­sen!

21. Oktober 1938

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L. am 21. Ok­to­ber 1938.

19.10.38

Heu­te muß ich mit ei­ner Er­klä­rung be­gin­nen. Ihr neu­er Brief­schluß ist nicht nur um ein Grad son­dern um meh­re­re Grad herz­li­cher und wirkt mei­nem Emp­fin­den nach zu­rück auf die An­re­de. Ich bin ganz ein­ver­stan­den. Nur mein Name ge­fällt mir nun nicht. Wei­ter­le­sen!

17. Oktober 1938

[381017-​2-​1]

16.10.38.

O., am 17.10.1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Ei­nen ganz sel­te­nen Weg hat­te dies­mal Ihr Brief zu ge­hen, ehe ich ihn le­sen konn­te. Am Sonn­tag­mor­gen um 8 Uhr war bei uns Luft­schutz­übung — Flie­ger­alarm’. Eine Prü­fungs­kom­mis­si­on, be­stehend aus 6 Her­ren, durch­stö­ber­te das Haus vom Kel­ler bis zum Bo­den. Herr Leh­rer Geiß­ler als An­füh­rer, blies ge­wal­tig in sei­ne Tril­ler­pfei­fe, das war das Si­gnal: Al­les was lau­fen kann, run­ter in den Schutz­raum!″ Die­ser Be­trieb im Trep­pen­haus. Als ich um die Ecke ren­nen will, kommt der Brief­trä­ger — la­chend, er möch­te mir noch was Schö­nes mit­ge­ben auf den finster[e]n Weg. Er war viel­leicht froh, daß er sich dies­mal den Weg bis zu unser[e]m Brief­kas­ten er­spa­ren konn­te und ich — bin so rot ge­wor­den. Die Her­ren guck­ten ein­an­der viel­sa­gend an und lach­ten. Den Brief weg­neh­men, run­ter in den Kel­ler, das war eins. Dort hab[‚] ich ihn erst mal im Kleid­aus­schnitt ver­staut und auf­ge­at­met. Wei­ter­le­sen!

15. Oktober 1938

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13.10.38

L. am 15. Ok­to­ber 1938.

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Drei­und­zwan­zig Bil­der be­sit­ze ich jetzt von Ih­nen und drei­und­zwan­zig Brie­fe. Das mag für mich der An­laß sein, mich Ih­rem Brief­ge­den­ken an­zu­schlie­ßen.

Dies­mal habe ich be­son­ders un­ge­dul­dig auf Ih­ren Brief ge­war­tet, ohne daß ich ei­nen rech­ten Grund da­für an­füh­ren könn­te. Ganz ge­gen die Ab­ma­chun­gen be­gann die Schu­le erst am Diens­tag, der Schul­lei­ter teil­te mir das am Sonn­abend mit, ich reis­te also Mon­tag. So froh und leicht wie am Mon­tag­mor­gen ist mir lan­ge nicht ge­we­sen, und da­bei war doch Ab­schieds­tag. Ich er­wäh­ne das nur, weil Sie schrei­ben, daß Sie am Mon­tag mei­ner be­son­ders ge­dacht ha­ben. Wei­ter­ele­sen!