03. August 1938

[380803-​2-​1]

O., am 3. Au­gust 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Wohl­be­hal­ten lang­te ich am Sonn­tag in O. an. In Chem­nitz an­ge­kom­men, bin ich im Höl­len­tem­po rü­ber nach unser[e]m Bahn­steig ge­rannt; ein­stei­gen und ab­fah­ren, das war eins.

Ich möch­te nur wis­sen[,] ob auch Sie so matt und ab­ge­spannt wa­ren die­se Tage. Un­ser Aus­flug al­lein kann das doch nicht aus­ma­chen, viel­leicht liegt es viel an die­ser schreck­li­chen Hit­ze und noch ist kein Trop­fen Re­gen ge­fal­len. Sie sind mir doch nicht bös[‘], weil Sie so lan­ge auf Nach­richt war­ten muß­ten? Am Mon­tag früh hab[‘] ich die Fil­me fort­ge­bracht, bis ges­tern nach­mit­tag [sic] sind sie fer­tig ge­wor­den. Ich konn­te sie aber erst heu­te mor­gen [sic] ab­ho­len. Ges­tern war ich mit Mut­ter in der Stadt (Chem­nitz), ei­ni­ge Wege be­sor­gen und dann sind wir raus nach G. ge­fah­ren zu den Ver­wand­ten; mit dem 7 Uhr Zuge fuh­ren wir wie­der zu­rück. Wei­ter­le­sen!