18. Juli 1938*

Kyffhäuserdenkmal, zwischen 1890 und 1905, Library of Congress, Prints and Photographs Division, Photochrom Prints Collection, LC-DIG-ppmsca-01117, herunterladen Juni 2013, http://en.wikipedia.org/wiki/File:Kyffhäuserdenkmal_um_1900.jpg

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Naumburg am 18. Juli. [1938]

Liebes Fräulein [Laube]!

Heute speiste ich also zu Mittag auswärts, im schönen Naumburger Ratskeller bei einem Glase Saalewein. Gleich nach dem Essen habe ich Quartier bezogen und bin nach der Rudelsburg gewandert, einen reizenden Weg auf den Höhen der Saale hin. Es ist ein Stück Landschaft von eigenem Reiz. Der Boden ist kalkig, macht trocken einen weißen Staub und guten Durst, den ich im Burghof gelöscht habe. Über Burg Saaleck bin ich dann nach Bad Kösen gegangen und von da zurückgefahren. Ich bin in einen Gasthof geraten, der ist zu teuer [f]ür meine Verhältnisse. Am Nachbartische speiste ein junges japanisches Paar, nachdem es lange auf der Speisekarte gesucht und mit Mühe sich verständlich gemacht hatte. Nach dem Abendbrot will ich noch um die Naumburger Altstadt bummeln. Den Dom will ich morgen vormittag [sic] besuchen. So ward aus Morgen und Abend der 2. Tag. Weiterlesen!

18. Juli 1938

Der Führer am Erntedanktag 20. Sept. 1934 in Goslar beim Abschreiten der Front der Reichswehr Ehrenkompagnie vor der Kaiserpfalz. "Hitler schreitet Ehrenkompanie ab, Goslar," Foto Scherl Bilderdienst Berlin S.W. Deutsches Bundesarchiv, Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst - Zentralbild (Bild 183), Bild 183-1987-0313-503, herunterladen Juni 2014, http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1370969194/?search[view]=detail&search[focus]=1

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O., am 18. Juli 1938.

Lieber Herr [Nordhoff]!

In Ihrem ersten Standquartier grüße ich Sie herzlich aus der Heimat. Ich bin stolz auf Sie — diese wunderbare Ausführung der beiden Pläne; die Eltern waren so erstaunt über all das Schöne, daß uns bevorsteht. Ich danke Ihnen! Morgen besorge ich die Fahrkarte, das Buch ebenfalls. Ihren Vorschlag mit dem Paket kann ich nicht befolgen, ich muß den Koffer nehmen (nicht erschrecken, er ist nicht so groß) [e]in Mädel braucht in einer Woc[he] mehr Sachen als ein Mann; verstehen Sie das? Ich graule mich schrecklich vor wollenen Strümpfen! Doch es ist Ihr Wunsch, ich werde welche mitbringen, auch meine festesten Schuhe. Sie sollen entscheiden. Auf der Landkarte verfolge ich [I]hre Fahrt und wünsche Ihnen recht gutes Wetter. Nochmals vielen Dank für ihre Mühe, alles übrige regeln wir dann. Auf frohes, gesundes Wiedersehen in Goslar, am Montag um 1113 und recht herzliche Grüße von Ihrer

[Hilde Laube].