15. Juli 1938

[380715-2-1]

14.7.38

O., am 15. Juli 1938.

Lieber Herr [Nordhoff]!

Es ist nicht in Worte zu fassen, wie glücklich ich bin. Die Zeit drängt und doch kann ich nicht eher schreiben, bis ich die volle Gewißheit habe. Heute wurde sie mir zu teil und ich kann es kaum fassen. „Ich darf”, noch nie waren diese beiden Worte so inhaltsschwer als diesmal. Ich habe den Eltern Ihre Zeilen ausgehändigt und sie waren nicht wenig erstaunt darüber. Kein Wort ist mir über die Lippen gekommen, von we[g]en gut zureden, oder gar betteln. Nein — ich bat sie, sich die Sache in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen und mir dann ihren Entschluß mitzuteilen, dem ich mich gehorsam fügen wollte.— Ist ihre Zusage nicht ein Beweis, wie viel Vertrauen sie in Sie setzen? Wir beide werden es ihnen danken, indem wir dies Vertrauen nicht mißbrauchen, sondern achten und zu schätzen wissen. Weiterlesen!