19. Juni 1938

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16.6.38

O., am 19. Juni 1938.

Lieber Herr [Nordhoff]!

Soll ich Ihnen sagen, daß ich unzufrieden bin? Vielleicht bin ich undankbar — doch ich muß ehrlich sein gegen mich selbst. Ich hatte mich gefreut auf diese Ausfahrt, aber die eigentliche Freude, den Inhalt, gab mir erst das Bewußtsein, daß ich Sie dort treffe. Ich sehnte die Stunde herbei, da wir uns gegenüberstehen würden und ich wollte Ihnen danken — für die übergroße Freude[,] die Sie mir mit Ihrem letzten Briefe bereiteten.

Dieser Brief, der mir mehr gilt als irgend ein and[e]rer Beweis des Dankes. Der mir zeigt, wie Sie mein Inneres so ganz erkannt haben und der mir Hoffnung gibt darauf, daß ich das Menschenkind sein darf, daß den Willen hat[,] alles darzubringen[,] um des Wand[e]rers Schicksal aufzuhalten — ihm Heimat zu sein. Weiterlesen!