20. Juni 1941

T&SavatarFreitag, den 20. Juni 1941

Herzallerliebste! Mein liebes, teures Herz! Geliebte mein!

Feierabend ist, Herzlieb! Und nun darf ich mit Dir plaudern – ich freue mich schon den ganzen Tag darauf! Du!! Und am liebsten säße ich jetzt ganz allein! H. hat seinen freien Tag und ist noch aus – K. aber, heute mal aufgeräumt, redet immer mal in mich hinein – redet und fragt heute die gleichgültigsten Dinge – und ich sehe ihn dann ganz groß und erstaunt an. Herzlieb! Dein liebes Wesen, und der Unterschied einfacher und komplizierter Wesen, bewegt mich noch immer. Und am Ende meiner Gedanken stehst immer Du – Erfüllung meiner Sehnsucht, mein einziges, liebes Weib, oh Du! Geliebte!!!!! Ich bin so glücklich darum!!! Du! Weil wir uns sooo  gut verstehen, weil wir sooooo  gut zusammenpassen, Du!!! Willst [Du] mir ein bissel zuhören? Deinem Philosophenmannerli? Du!!! Wenn es Dir zu trocken wird und langweilig, gibst [Du] mir einen lieben Kuß, – und eine bessere Kritik und Belohnung mag ich auch nicht dafür – wenn Du mich nur liebhast und lieb behältst, Du!!! Dann ist alles gut!!!!! Weiterlesen!

20. Juni 1941

T&SavatarFreitag, am 20. Juni 1941.

Mein liebes, teures Herz! Du mein allerliebstes, gutes Mannerli!

Du!! Schnell habe ich mich noch einmal in die kühle Stube geflüchtet, um ein Stündchen ganz lieb allein mir Dir zu sein! Mein [Roland]! Es drängt zwar viel, vielerlei Arbeit und so Kleinkram, der zum Vorbereitungsdrasch einer Reise gehört – und vor allem, wenn zwei Weibel [Frauen] fort wollen, da will viel mehr sein, als bei einem Manne; aber ich muß heute noch einmal ganz lieb Dein denken, Du!! Du hast mich ja soo sehr erfreut und beglückt heute, Du!!! Daß ich Dir unbedingt ganz, ganz lieb danken muß! Mein Herzlieb!! Dein Sonnabendbrief und vorhin, nachmittags auch noch dein Donnerstagsbrief sind angekommen – beide von der Sorte, die noch zwischendrin fehlten! Weiterlesen!

14. Juni 1941

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Sonnabend, den 14. Juni 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebte, Holde mein!

Weißt [Du], wann es jetzt ist, daß ich Dir schreibe? Des Sonntags in der Morgenfrühe. Die Kameraden schlafen noch. Der Hubo ist ganz leis[‘] aus seinem Bettlein gestiegen, damit sein Herzlieb auch rechtzeitig seinen Gruß und Kuß kriegt. Du! Jetzt[,] da die Post wieder so gut geht, kann man nicht schwindeln und sich herausreden. Denk [nur], 6 oder 7 Tage nur braucht sie jetzt auch zu mir. Fein ist das! Sind doch die Nachrichten nicht ganz überholt und die Kussel [sic] nicht gar so altbacken. [Ich] Will Dir nur gleich ein ganz liebes geben, Du!!! Aber – das Leckermäulchen ist ja noch so tief in die Kissen vergraben – bloß der Haarschopf ist zu sehen. Ein Haar im Kussel, das ist nicht fein. Aber dort unten – schaut das Beinel [sic] [he]raus – das soll das Kussel kriegen! Du!!!!! Weiterlesen!

10. Juni 1941

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Dienstag, am 10. Juni 1941.

Herzallerliebster! Geliebter!! Du mein lieber, guter [Roland]!

Um 2 Uhr ist es. Und wie schon gestern und vorgestern schluckt es mich wieder und wieder! Du!! Wer meldet sich denn bei mir? Ist’s der Hubo? Der um diese Zeit Mittagsschläfchen hält? Ich wünschte, er wäre es, der mein denkt! Ich mag am liebsten, daß nur er mein denkt!! Du!!! Weiterlesen

09. Juni 1941

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Montag, am 9. Juni 1941.

Mein liebes, herzliebes Mannerli! Du mein lieber, lieber [Roland]!

Herzlieb Du!!! Zuerst einen ganz, ganz lieben Kuß!!! Nicht ohne Grund – o nein!! Als Belohnung!!! Hat nichts mit mir zu tun! Nein, nein! Für Dein treues Aushalten im Dienst für’s Vaterland hast Du einen Rang erstiegen! Ich freue mich ja so sehr für Dich, Herzlieb!! Also, Dickerle!! Meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum „Gefreiten“!! Du!!!!! Was soll ich Dir denn nun gleich vor Freude schenken? Ich habe garnichts da! Weißt? Am Sonnabend habe ich Dir ein Pralinenpackel [sic] zugeschickt, das nimm von mir als Glückwunsch in handfester Form! Weiterlesen!