24. August 1941

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Sonn­tag, den 24. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­liebte!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb ne­ben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel nä­her – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­l­ein! Ich möchte Dir ganz lieb et­was sa­gen. Wirst [Du] mir fein zu­hö­ren? Das Man­nerli wird erst am Diens­tag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‘] jetzt – oder sei es und grolle mir – Dein Man­nerli ist ja schon auf dem Weg zu Dir in die­sem Au­gen­blick. Und mor­gen, Sonn­tag, wo es bei Dir ein­keh­ren wollte, da ist es Dir schon so viel nä­her. Und noch ein­mal schla­fen, Mon­tag, da soll doch schon das Te­le­gramm kom­men – und dann dau­ert es gar nim­mer lange. 48 Stun­den nur mehr Ge­duld, Herz­lieb – das Man­nerli auch! Und warum? Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Sonn­abend, den 23. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebste mein!!!

Dein lie­ber, lie­ber Bote von Sonn­abend ist zu mir ge­kom­men. Sei viel­lieb be­dankt, Herz­lieb mein! [Du] Kannst Dir den­ken, was mich nun am meis­ten be­wegt? Ge­lieb­tes Weib! Du, meine [Hilde]! Ach, ich werde ja nicht eher wie­der ganz ru­hig wer­den, eh[‘] Du mir nicht ge­schrie­ben hast von Dei­nem schwe­ren Gang, eh[‘] ich nicht wie­der bei Dir bin und in Deine lie­ben Au­gen schaue. Ach Ge­liebte, Du, mei­nes Her­zens Ver­traute und de­ren gan­zes, letz­tes Ver­trauen ich be­sitze, ich will ver­su­chen, Dir zu sa­gen, was das Man­nerli be­wegt darum, und ich weiß, Du wirst mich ver­ste­hen, wo die Worte ih­ren Dienst ver­sa­gen – so wie ich Dich in al­lem ver­stehe, was Du mir dazu schreibst. Ja, Herz­lieb, ich ver­stehe Dein Han­deln, ver­stehe Dei­nen Ent­schluß. Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Frei­tag, den 22. Au­gust 1941

Her­zens­schät­ze­l­ein! Herz­lieb! Ge­liebte Mein!

Letz­ter freier Nach­mit­tag heute – vor der gro­ßen Reise – in der nächs­ten Wo­che will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Ur­laub, da­mit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­lich ist, geht meine Reise über Bel­grad – Agram – Graz – Mün­chen – Hof. In Mün­chen soll der Zug am zwei­ten Tage 1918 [Uhr] ein­tref­fen. Nach mei­nem Fahr­plan geht es dann 2130 [Uhr] wei­ter in Rich­tung Chem­nitz, wo ich schon ge­gen 6 Uhr mor­gens ein­treffe. [Es] Kann also sein, daß mein Te­le­gramm in Mün­chen auf­ge­ge­ben ist – und te­le­fo­nie­ren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herz­lieb wird schon mun­ter sein – ist ja im­mer mun­ter, wenn das Man­nerli ge­guckt [sic] kommt! Na, wir wer­den schon se­hen. Herz­lieb! Kannst [Du] Dir den­ken, daß das Man­nerli schon ein bis­sel vom Rei­se­fie­ber ge­packt ist? [Das] Äu­ßert sich in der Freude, die nun kaum noch zu hal­ten ist. Wei­ter­le­sen!

20. August 1941

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Mitt­woch, den 20. Au­gust 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Holde, Ge­liebte mein!

Wirst [Du] denn glück­lich wie­der heim­s­ein [sic] von der Hams­ter­fahrt? Mor­gen werde ich es wis­sen. Acht Tage sind wir ja im Ka­len­der im­mer zu­rück im Wis­sen von­ein­an­der. Und die­ser Bote wird schon keine Ant­wort mehr fin­den – Du! Du!!! Höchs­tens münd­li­che! Oh Herz­lieb!!! Auf münd­li­che Ant­wort freue ich mich doch so­ooooo sehr! Dar­auf bin ich doch ganz be­gie­rig!!! Bist Du es auch? Weißt, ich bin es mehr – auf die Ant­wor­ten von Dei­nem zucker-​zuckersüßen Herz­mün­chen! Oh Ge­liebte!!! Bald wird es mir wie­der ganz, ganz nahe sein! Wei­ter­le­sen!

19. August 1941

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Diens­tag, am 19. Au­gust 1941.

Ge­lieb­ter!!! Mein [Ro­land]! Du!

Du! Du! Nun ist doch al­les gut! Alle Angst, daß man mich von Dir rei­ßen könnte ist nun ge­wi­chen! Ge­lieb­ter! Das war meine ganze Sorge! Du!! Nun muß ich Dir er­zäh­len – nun will ich Dir er­zäh­len! Ach Du! Ich wollte Dir doch an­fangs kein Ster­bens­wört­chen von der gan­zen Ge­schichte er­zäh­len, be­vor Du nicht bei mir bist! Ich wollte Dir nichts da­von schrei­ben, Du soll­test ganz un­be­schwert zu mir heim­fah­ren kön­nen! Ach Du! Wei­ter­le­sen!